Neues aus der Weltmission – dieses Mal aus Bulgarien

Seien wir mal ehrlich: Wenn wir an die EMK- Weltmission denken, gehen unsere Gedanken zunächst nach Afrika. Aber auch in Europa gibt es Hilfsgebiete, davon will ich Euch heute berichten: Laut Google liegt Bulgarien nur ca. 1500 km Luftlinie von Deutschland entfernt und ist trotzdem ein Land, das Unterstützung braucht. Nach der Kleinstadt Lyaskovets wurde am Rande der Antarktis ein Berg benannt. Und obwohl es in Bulgarien nicht so kalt wird wie in der Antarktis herrschen sowohl in der Kleinstadt und auf dem Berg eine Kälte, die sich nicht mit einem Thermometer messen lässt. Eine kleine methodistische Gemeinde hat es sich zur Aufgabe gemacht, in Lyaskovets Wärme und Hoffnung zu verschenken.

In den 1990er Jahren kam Pastor Ivan Morunov in die frühere Hauptstadt Veliko Tarnovo und er setzte sich zum Ziel, nicht nur die dortige Gemeinde zu verwalten, sondern neue Wege zu finden und das Evangelium mit Worten und durch Taten weiterzugeben. In der nur wenige Kilometer entfernten Kleinstadt Lyaskovets war dieses dann bald möglich. Pastor Morunov gründete dort eine neue methodistische Gemeinde, die sich von Anfang an stark um Roma-Angehörige kümmerte. Besonders die Roma-Kinder wurden durch ihre familiäre Situation benachteiligt und erhielten zu wenig schulische Hilfe. So gab es von der Gemeinde kleinere schulische Aktivitäten in den Gemeinderäumen nur für diese Kinder und es kamen immer mehr Kinder. So kam die Idee auf, ein Kinderzentrum für die Arbeit mit Roma-Familien zu schaffen. Das Kinderzentrum erhielt den Namen „Brücke der Hoffnung“. Roma-Kinder sind in vielerlei Hinsicht benachteiligt, da die Eltern oft geschieden sind, oder im Ausland arbeiten und die Großeltern sich nicht genügend um die Kinder kümmern können. Zunächst wurde im neuen Zentrum die erste Hauptaufgabe die Unterstützung beim Erlernen des Schulstoffs. Eine pensionierte Lehrerin konnte dafür gewonnen werden. Als nächsten Schritt wurde eine Betreuung der ganz kleinen Kinder, die nicht in den Kindergarten gehen organisiert.

Dieses alles fand in den Gemeinderäumen statt, die auch dringend renoviert werden mussten. Durch finanzielle Unterstützung der EMK-Bulgarienhilfe aus Waiblingen wurde weiterer Platz geschaffen und auch weitere Aktivitäten ermöglicht, wie Musik, Kochen, Computer, Fremdsprachen, Sport, Gartenarbeit, Kreativität usw. Außerdem erhalten die ca. 30 Kinder eine tägliche vollwertige Mahlzeit.

Während der Wintermonate wurden mit der vorhandenen Küche zusätzlich Obdachlose mit warmen Mahlzeiten versorgt und dazu sogar noch für 20 Kinder einer türkischsprachigen Schule eine tägliche warme Mahlzeit abgegeben.

Die Arbeit des Zentrums wird von den Behörden sehr geschätzt und genießt ein großes Vertrauen. Die Atmosphäre ist herzlich und wird auch von den betroffenen Familien sehr geschätzt. Mittlerweile bereitet sich das Zentrum auf die zweite Generation vor. Einige ehemalige Schüler sind jetzt selber Eltern und die Brücke der Beziehungen für eine bessere Zukunft für Kinder und Eltern ist geschaffen. Eine echte Brücke der Wärme, der Menschlichkeit und einer Hoffnung für viele Menschen in schweren Zeiten.

Hilde Schwaiger